Max-Planck-Institut - für Neurobiologie des Verhaltens — caesar

Forschungs-Nachricht

Vom Ausweichen zum Angriff

Wie entstehen neue Verhaltensweisen im Laufe der Evolution? In einer aktuellen Studie zeigen Forschende unserer Forschungsgruppe 'Genetik des Verhaltens', wie ein ursprünglich harmloser Nematode die Fähigkeit entwickelte, aktiv Beute zu jagen. Am Beispiel des Fadenwurms Pristionchus pacificus konnten sie nachweisen, dass Jagdverhalten durch die evolutionäre Neuverschaltung bestehender sensorischer Systeme entstand.

Die Arbeit identifiziert ein zentrales mechanosensorisches Gen, das speziell für die Beuteerkennung notwendig ist, und zeigt, wie Tast- und Geruchssinn in denselben Nervenzellen zusammenwirken, um Angriffsverhalten auszulösen. Mithilfe automatisierter Verhaltensanalyse und maschinellen Lernens gelang es zudem, unterschiedliche Jagdzustände quantitativ zu erfassen.

Die Studie ist in PNAS erschienen.
Zur Pressemitteilung.

Neuronen des Nematoden Pristionchus pacificus verarbeiten mechanische (cyan) und chemische (magenta) Reize gemeinsam, um Beute zu erkennen.
MPINB | Roca

Neuronen des Nematoden Pristionchus pacificus verarbeiten mechanische (cyan) und chemische (magenta) Reize gemeinsam, um Beute zu erkennen.