Forschungs-Nachricht
Vom Ausweichen zum Angriff
Wie entstehen neue Verhaltensweisen im Laufe der Evolution? In einer aktuellen Studie zeigen Forschende unserer Forschungsgruppe 'Genetik des Verhaltens', wie ein ursprünglich harmloser Nematode die Fähigkeit entwickelte, aktiv Beute zu jagen. Am Beispiel des Fadenwurms Pristionchus pacificus konnten sie nachweisen, dass Jagdverhalten durch die evolutionäre Neuverschaltung bestehender sensorischer Systeme entstand.
Die Arbeit identifiziert ein zentrales mechanosensorisches Gen, das speziell für die Beuteerkennung notwendig ist, und zeigt, wie Tast- und Geruchssinn in denselben Nervenzellen zusammenwirken, um Angriffsverhalten auszulösen. Mithilfe automatisierter Verhaltensanalyse und maschinellen Lernens gelang es zudem, unterschiedliche Jagdzustände quantitativ zu erfassen.