Max-Planck-Institut - für Neurobiologie des Verhaltens — caesar

Forschungs-Nachricht

GlowTracker: Fluoreszenz-Mikroskopie einfacher bauen, nutzen und verstehen

Das Team um unsere Forschungsgruppenleiterin Monika Scholz hat GlowTracker entwickelt: ein modulares Fluoreszenz-Tracking-Mikroskop, mit dem Forschende Zellaktivität und Verhalten in kleinen, frei beweglichen Tieren gleichzeitig beobachten können. Das System besteht vollständig aus handelsüblichen Komponenten, kann innerhalb weniger Stunden aufgebaut werden und benötigt keine spezialangefertigten Bauteile. Damit ist GlowTracker ein flexibles und zugängliches Werkzeug für die Neuroethologie, wo Forschende häufig Verhalten mit der Aktivität von Nervenzellen, Muskeln oder anderen biologischen Strukturen in Verbindung bringen möchten.

GlowTracker ist zu einer leistungsstarken Plattform für unsere Forschung geworden. Wir nutzen inzwischen fünf verschiedene Aufbauten, die jeweils auf spezifische Verhaltensexperimente zugeschnitten sind. Weil das System einfach aufzubauen und kostengünstig ist, ermöglicht es Studierenden und Forschenden in frühen Karrierephasen, selbstbewusst zu erkunden, wie es funktioniert. So können wir Optik sowohl im Seminarraum als auch im Labor anschaulich vermitteln. Euphrasie Ramahefarivo, Erstautorin der Veröffentlichung

In ihrer Studie zeigt das Team, wie GlowTracker in verschiedenen Modellorganismen eingesetzt werden kann: von Kalziumsignalen in C. elegans und Muskelaktivität in Drosophila-Larven bis hin zu Räuber-Beute-Interaktionen zwischen Nematoden. Durch seinen modularen Aufbau unterstützt das System verschiedene Bildgebungsmodi, darunter Hellfeld-, Einfarben- und Zweifarben-Fluoreszenzbildgebung.

Damit das System breit nachgenutzt werden kann, stellt das Team eine Online-Ressource zu GlowTracker bereit. Sie enthält Dokumentation, Software, ein detailliertes Handbuch und eine umfassende Teileliste. So können Forschende, Lehrende und Studierende den Aufbau mit kommerziell erhältlichen Komponenten nachbauen und an ihre eigenen Fragestellungen anpassen: https://scholz-lab.github.io/GlowTracker/

Über den Einsatz in der Forschung hinaus eignet sich GlowTracker auch für die Ausbildung von Forschenden in frühen Karrierephasen. Wer das System selbst aufbaut, erhält praktische Einblicke in zentrale Prinzipien moderner Mikroskopie, darunter Lichtwege, Filter, Fluoreszenz, Kameras, Bildverarbeitung und Tracking-Software. So hilft GlowTracker nicht nur dabei, Daten zu erzeugen, sondern auch zu verstehen, wie solche Daten entstehen. Am MPINB kann das System dazu beitragen, neue Doktorand*innen früh mit zentralen Methoden der neuroethologischen Forschung vertraut zu machen.

Lesen Sie den vollständigen Artikel hier.

Neugierig, wie GlowTracker aufgebaut wird? Das Zeitraffer-Video unten zeigt den Aufbau eines modularen Einfarben-Setups, ein Beispiel für die GlowTracker-Plattform. Die Zweifarben-Version folgt demselben Aufbauprinzip und lässt sich ebenso unkompliziert zusammensetzen.

preview for youtube video
GlowTracker als stilisierte Linienzeichnung
Julia Schlee | PR