Pressemitteilung

Dr. Christian Schiffer gewinnt den Klaus-Tschira-Preis 2017 im Fach Biologie

09.10.2017 um 09:04 Uhr

Der Wissenschaftler Dr. Christian Schiffer, ein ehemaliger Doktorand von Prof. Kaupp in der Abteilung Molekulare Neurosensorik am Forschungszentrum caesar, hat den Klaus-Tschira-Preis 2017 für Verständliche Wissenschaft („KlarText“) im Fach Biologie gewonnen. Der Preis steht unter dem Motto ''Exzellent forschen, anschaulich schreiben''.

In dem Siegerbeitrag „Auf der falschen Fährte“ beschreibt Christian Schiffer, wie allgegenwärtige Umweltchemikalien - endocrine disrupting chemicals (EDC) - das Schwimmverhalten menschlicher Spermien und damit indirekt die Eibefruchtung beeinflussen. Die Befruchtung der Eizelle ist für Spermien ein schwieriges Unterfangen, das eine Reihe zellulärer Signalverarbeitungsprozesse erfordert. Die Eizelle gibt Sexualhormone ab, die den Spermien im Eileiter helfen die Eizelle zu befruchten. In seinem Beitrag „Auf der falschen Fährte“ zeigt Christian Schiffer, dass manche Chemikalien, die wir aus unserer Umwelt aufnehmen – zum Beispiel über Sonnencreme und Zahnpasta – den komplexen Vorgang der Befruchtung stören können: Die chemischen Substanzen imitieren die Wirkung dieser Sexualhormone auf die Spermien und stören so die Spermien bei ihrer Aufgabe. Dies könnte sich negativ auf den Befruchtungsvorgang auswirken.

Der Artikel von Christian Schiffer ist in einer Beilage der Wochenzeitschrift DIE ZEIT vom 5. Oktober 2017 veröffentlicht worden.

Christian Schiffer wurde 1987 in Grevenbroich geboren. Er studierte Biochemie in Düsseldorf und wechselte für seine Masterarbeit und Dissertation nach Bonn zum Forschungszentrum caesar der Max-Planck-Gesellschaft. Seinen Doktortitel erhielt er im Fach Chemie von der Universität zu Köln für die Arbeit „Wirkung von Umweltchemikalien und Progesteron auf menschliche Spermien“. Seit 2016 arbeitet Schiffer am Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie des Universitätsklinikums Münster.

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Stiftung caesar

Die Stiftung caesar ist assoziiert mit der Max-Planck-Gesellschaft und betreibt in Bonn ein Zentrum für neurowissenschaftliche Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt nach den Exzellenz-Kriterien der Max-Planck-Gesellschaft.

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